Schweizer Klettersteige

Über das verlängerte Wochenende vom 4. bis 7. Juni war ich mit einem Freund in Frankreich und in der Schweiz unterwegs, um ein paar Klettersteige zu machen. Eigentlich war der Plan einfach ein paar schöne Touren mitzunehmen und ein langes Wochenende draußen zu verbringen.

Am ersten Tag hat uns das Wetter aber erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hat fast den ganzen Tag stark geregnet, deshalb saßen wir eigentlich nur im Auto und sind bis in die Nähe von Grenoble gefahren. An Klettern war an diesem Tag nicht mehr zu denken, also haben wir uns einen Campingplatz gesucht und dort übernachtet.

Am zweiten Tag sah die Sache dann schon ganz anders aus. Das Wetter war sonnig und wir konnten direkt los. An diesem Tag haben wir gleich zwei sehr schwere Klettersteige in Frankreich gemacht.

Der erste war die Via Ferrata Jules Carret. Schon der Einstieg war ziemlich besonders, weil er in einer Grotte beginnt. Dort gab es auch noch eine kleine Höhle, die ein gutes Stück in den Berg hineinführt. Direkt daneben stand außerdem eine Ruine, die teilweise in den Fels gebaut war. Das Highlight von diesem Klettersteig war für mich aber ganz klar die ungefähr 30 Meter lange Stahlbrücke in etwa 200 Metern Höhe. Dort habe ich auch mein Lieblingsfoto von der Reise gemacht. Am besten war eigentlich der Moment, als ich an der Brücke sogar kopfüber hing. So etwas bleibt natürlich im Kopf. Der Klettersteig war überraschend leer, deshalb waren wir dort fast allein unterwegs. Nur eine weitere Person war noch auf der Route. Obwohl der Steig mit E/F bewertet war, hat er sich für uns gut klettern lassen. Da man die ganze Zeit gesichert ist und immer wieder kurz Pause machen kann, war es insgesamt sehr gut machbar. Für den Steig haben wir ungefähr zwei Stunden gebraucht.

Danach sind wir noch die Via Ferrata Roche Veyrand gegangen. Vor allem der zweite Teil gilt als sehr schwer und wird in Frankreich mit TD bewertet. Es gab auch dort ein paar steilere Stellen und leichte Überhänge. Trotzdem war der Steig insgesamt gut machbar, wenn man ruhig klettert und sich die Kraft einteilt.

Am nächsten Tag sind wir weiter in die Schweiz gefahren. In der Nähe von Sion bin ich dann alleine noch einen Klettersteig gegangen, der in drei Teile aufgeteilt war. Der erste Teil war mit D noch eher einfach, der zweite mit E etwas schwerer und der dritte mit F dann der schwierigste Abschnitt. Besonders cool fand ich dort die Tunnel, durch die der Klettersteig teilweise verlief. Das hat die Tour irgendwie besonders gemacht. Für alle drei Teile zusammen habe ich ungefähr zwei Stunden gebraucht. Am Einstieg hat mich noch ein anderer Kletterer gewarnt, dass der Steig ziemlich schwer sei. Fande ich aber nicht.

Am letzten Tag wollten wir eigentlich noch den Klettersteig Daubenhorn in Leukerbad machen. Der war wegen des Winters aber noch nicht komplett geräumt und deshalb offiziell gesperrt. Also haben wir den Plan gestrichen und uns stattdessen auf den Heimweg gemacht.

Auch wenn der erste Tag ziemlich ins Wasser gefallen ist, hat sich das Wochenende am Ende total gelohnt. Vor allem die Stahlbrücke bei Jules Carret und der Einstieg durch die Grotte sind mir besonders im Kopf geblieben. Dazu hatten wir nach dem verregneten Start dann doch noch richtig gutes Wetter und insgesamt einfach ein sehr cooles Wochenende.

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